Ein Kind braucht beide Elternteile – auch und vor allem nach einer Scheidung bzw. Trennung. Die Besuchsbegleitung ermöglicht den Kontakt zwischen dem Kind/den Kindern und dem getrennt lebenden Elternteil in entspannter, kindgerechter Atmosphäre und unter Betreuung und Beratung unserer Mitarbeiter/innen. Ein begleiteter Besuchskontakt wird entweder durch das Gerichtoder dem Jugendamt angeordnet oder findet auf Wunsch eines Elternteiles, mit Zustimmung des anderen Elternteiles statt.

 

 

Besuchscafé  aneli

Leitung: Elisabeth Partl

1030 Wien, Rechte Bahngasse 34

Tel.:       ++43  1 890 28 05     

Mobil:   ++43 676 843 450 101

Mail:       office@aneli.at

Bankverbindung: Besuchscafé aneli, BACA AT64 12000 515960 22 323

Unsere Standort

Besuchscafé aneli I/Zentrale

1030 Wien, Rechte Bahngasse 34

Besuchscafe aneli II

1020 Wien, Schrotzbergstraße 7/8

Unser Angebot

  • geförderte Besuchsbegleitung – kostenfrei bis zu einer gewissen Einkommensgrenze, max. 40 Stunden innerhalb von 12 Monaten – Zuweisung durch das zuständige Bezirksgericht (Beschluss oder Protokoll des BG)
  • nicht geförderte Besuchsbegleitung – € 55,–/Stunde,  € 27,50 für Übergabezeiten bei versetztem Kommen und Gehen

Unser Team

  • Leitung, Elisabeth Partl
  • Mag. Christine Schlotter
  • Mag. Nina Harbich-Krejcik
  • Magdalena Partl, BA
  • Mag. Maryam Birkett
  • Ola Mohamed, BA
  • Mag. Billy Klein
  • Mag. Sabine Petsch
  • Patryk Weingartshofer

Unsere Sprachen

Besuchsbegleitung kann in folgenden Sprachen angeboten werden:

  • deutsch
  • englisch
  • französich
  • polnisch
  • arabisch
  • farsi

Grundsätze und Rahmenbedingungen der Besuchsbegleitung im Besuchscafé aneli 2019

Gesetzliche Grundlage:
Gemäß § 111 AußStrG kann das Gericht, wenn es das Wohl des/der Minderjährigen verlangt, eine geeignete und dazu bereite Person zur Unterstützung bei der Ausübung des Rechts auf persönlichen Verkehr heranziehen (Besuchsbegleitung). Es ist nach der ständigen Judikatur des OGH die Pflicht der/des Obsorgeberechtigten, „auf das Kind im Rahmen der Erziehung dahin Einfluss zu nehmen, dass es den Kontakten  mit der/dem Besuchsberechtigten positiv gegenübersteht. Das Kind hat den Anordnungen des erziehungsberechtigten Elternteils zu folgen“ (§ 146a ABGB). Ein begleiteter Besuchskontakt wird entweder durch das Gericht oder dem Jugendamt angeordnet oder findet auf Wunsch eines Elternteiles, mit Zustimmung des anderen Elternteiles statt.

2. Kosten der Besuchsbegleitung       € 55,—/Stunde
Gespräche mit den Eltern
Erstkontakt MJ
Besuchskontakt
Übergabezeit bei Besuchskontakt – 1/2 h
Übergabe zu unbegleitetem Kontakt –  1/2 h/Elternteil = 1 h/Termin
Die Kosten für den Erstkontakt, Besuchskontakt und die Übergabezeit sind laut OGH vom besuchenden Elternteil zu bezahlen. Die Kosten von Erst-, Zwischen- bzw. Abschlussgesprächen sind von jenem Elternteil zu bezahlen, der sie in Anspruch nimmt.

Für Personen, die die jährlich vom Ministerium bekannt gegebene Einkommensgrenze nicht überschreiten, übernimmt das BMASK alle oben angeführten Kosten.Ein Beschluss bzw. Protokoll vom Gericht muss vorgelegt werden.

Bericht    € 110,—
Die Kosten für die Erstellung eines Berichtes an das BG werden nicht vom Ministerium übernommen, betragen € 110,— und sind von jedem ET zu gleichen Teilen zu bezahlen.

Kaution        € 110,—
€ 55,— von jedem Elternteil – für die Erstellung eines Berichtes an das BG
€ 55,— von jedem Elternteil – für nicht rechtzeitig abgesagte Termine
Die Kaution ist beim Erstgespräch/spätestens beim 1. Besuchskontakt  zu erbringen und bei Inanspruchnahme aufzufüllen. Nicht in Anspruch genommene Kaution wird innerhalb von 3 Monaten nach Abschluss der BK zurückbezahlt.

3. Ablauf
3.1. Erstgespräch: Dieses dient der Erörterung des Ziels der Besuchsbegleitung, der Feststellung der Förderungswürdigkeit des Besuchsberechtigten und der Besprechung der Grundsätze und Rahmenbedingungen im BC aneli.  Bei jedem Erstgespräch ist nur ein Elternteil anwesend, es wird in Abwesenheit der Kinder durchgeführt. Die Kosten werden vom BMASK übernommen, wenn ein Gerichtsbeschluss bzw. ein Protokoll vorliegt, außer die Überschreitung der Einkommensgrenze des Besuchenden wurde vorab festgestellt.
3.2. Erstkontakt: Dieser dient dem Kind, den/die BesuchsbegleiterIn und das Besuchscafé kennen zu lernen und Vertrauen zur/zum BesuchsbegleiterIn aufzubauen. Anwesend beim Erstkontakt sind ausschließlich das Kind/die Kinder und die/der BesuchsbegleiterIn bzw. bei unter dreijährigen Kindern auch der betreuende Elternteil. Die Kosten sind vom besuchenden Elternteil zu bezahlen bzw. Teil der Förderung.
3.3.  Besuchskontakt
Die Termine für die Besuchskontakte werden nach Vorgabe des Gerichtes, den Kapazitäten des Besuchscafés, Schul- bzw. Kindergartenzeiten der MJ und den Arbeitszeiten der Eltern vergeben. Es gibt kein Anrecht auf die regelmäßige Betreuung durch eine/n bestimmte/n Besuchsbegleiter/in bzw. eine Standort.
Jeder Termin muss vom besuchenden Elternteil auf der Anwesenheitsliste unterschrieben werden.
Besuchsberechtigt ist/sind nur jene Person/en, die im Beschluss oder in der Vereinbarung genannt ist/sind. Auch ein ‚zufälliges‘ Treffen bei Ausflügen ist zu vermeiden.
Um einen reibungslosen Ablauf zu gewährleisten, ist es unbedingt notwendig sich pünktlich an die vorgegebenen Zeiten zu halten. Bei Verspätung ist der/die BesuchsbegleiterIn umgehend zu informieren. Die versäumte Zeit kann nicht an den Besuchskontakt angehängt werden muss aber bezahlt werden bzw. ist Teil der Förderung.
Vereinbarte Termine können bis 48 Stunden vorher aus berücksichtigungswürdigen Gründen kostenfrei abgesagt werden. Als berücksichtigungswürdig gelten persönliche und berufliche Termine, die eine persönliche Anwesenheit erfordern und nicht verschiebbar sind. Ein Ersatztermin kann nur in Ausnahmefällen angeboten werden.
Erfolgt die Absage bis 24 Stunden vorher, werden 30 Minuten verrechnet, bzw. sind Teil der Förderung und werden von der Gesamtsumme der förderbaren Stunden abgezogen. Danach sind die Kosten des Termins vollständig zu bezahlen. Die Kosten trägt jener Elternteil, der nicht rechtzeitig abgesagt hat bzw. nicht zum Termin erschienen ist, dies gilt auch für geförderte Fälle.
Ausnahme im Krankheitsfall, hier gelten folgende Fristen:
Eltern: 24 Stunden, MJ 4 Stunden – eine Arztbestätigung muss vorgelegt werden. Bei Vormittagsterminen hat die Absage auf jeden Fall am Vortag bis 19.00 Uhr zu erfolgen. Absagen bitte  telefonisch oder per SMS direkt an den/die zuständige/n BesuchsbegleiterIn.

Versetzte Übergabe / Übergabe: Entsprechend dem ‚Grundsätzlichen Prinzip der Trennung der Eltern’ findet eine versetzte Übergabe statt. Der besuchsberechtigte Elternteil kommt ins Besuchscafé, der betreuende Elternteil ca. 15 Minuten später, übergibt das Kind dem/der BesuchsbegleiterIn und verlässt das Besuchscafé. Bei der Rückübergabe kommt der betreuende Elternteil zum vereinbarten Zeitpunkt ins Besuchscafé, der/die BesuchsbegleiterIn übergibt das Kind und dieses verlässt mit dem betreuenden Elternteil zügig das Besuchscafé. Der besuchende Elternteil wartet max. bis zu 20 Minuten im Besuchscafé. Damit wird gewährleistet, dass es vor und nach dem Besuchskontakt zu keinem unerwünschten Aufeinandertreffen der Eltern kommen kann. Unter Berücksichtigung des Ziels, langfristig eine konfliktfreie Übergabe des Kindes zwischen den Eltern zu ermöglichen, kann im Einzelfall von der strikten Trennung der Eltern Abstand genommen werden, sofern Auseinandersetzungen vermieden werden und das Wohl des Kindes nicht gefährdet ist. Die diesbezügliche fachliche Beurteilung obliegt dem/der BesuchsbegleiterIn. Sollte die direkte Übergabe nicht möglich sein und es zu konflikthaften Situationen kommen,  ist zur versetzten Übergabe zurückzukehren. Die Zeiten der Übergabe sind zu verrechnen bzw. Teil der Förderung.
Mit Einverständnis beider Elternteile oder auf Anordnung des Gerichts können auch ausschließlich Übergaben stattfinden. Der besuchende Elternteil verbringt in diesem Fall die Zeit des Besuchskontaktes ohne Besuchsbegleitung außerhalb des Besuchscafés. Pro Übergabe des Kindes wird eine halbe Stunde verrechnet bzw. ist Teil der Förderung.
Die Besuchskontakte haben in Abwesenheit des betreuenden Elternteils stattzufinden. Eine Ausnahme stellen Besuchskontakte bei unter dreijährigen Kindern dar; in diesem Fall kann der betreuende Elternteil in einem Nebenraum warten. Sollte es dauerhaft nicht möglich sein, die Besuchskontakte in Abwesenheit des betreuenden Elternteiles durchzuführen, wird die Besuchsbegleitung abgebrochen und dies dem Gericht gemeldet.
Die Aufsichtspflicht geht während der Zeit des Besuchskontaktes auf den besuchenden Elternteil über.
Der/die BesuchsbegleiterIn ist die gesamte Zeit über beim/bei den Kind/ern und achtet auf die Einhaltung der Regeln und auf das Wohlergehen des Kindes/der Kinder.
Die Besuchskontakte finden in den Räumlichkeiten des Besuchscafé aneli statt. Ausflüge in die nähere Umgebung sind nach fachlicher Einschätzung der/s Besuchsbegleiters/in möglich. Im Rahmen der Besuchsbegleitung können keine Fahrten in Privatfahrzeugen sowie Besuche in Privatwohnungen erfolgen.
Die Eltern und alle besuchenden Personen verpflichten sich in Anwesenheit des Kindes/der Kinder keine abfälligen Äußerungen über den anderen Elternteil bzw. Familienmitglieder zu tätigen, nicht laut zu werden und jegliche Drohungen gegenüber dem nicht anwesenden Elternteil, dessen Familie oder den BesuchsbegleiterInnen zu unterlassen. Weiters ist es dem besuchenden  Elternteil untersagt, dem Kind schriftliche Informationen im Rahmen des Besuchskontaktes zu übergeben. Bei Zuwiderhandeln wird der Kontakt umgehend abgebrochen.
Gespräche im Besuchscafé werden ausschließlich auf Deutsch geführt. Ausnahmen sind Besuchskontakte bei denen die BesuchsbegleiterIn dieselbe Sprache wie der/die Besuchsberechtigte spricht bzw. wenn ein/e ÜbersetzterIn beigezogen wird. Diese Kosten sind (auch bei geförderten Besuchsbegleitungen) vom besuchsberechtigten Elternteil zu tragen      (€ 25,—/Stunde)
Im Rahmen der Besuchsbegleitung gemachte Bild-, Ton- und Videoaufnahmen dürfen ausschließlich zum persönlichen Gebrauch verwendet werden. Jede Veröffentlichung (z.B. Facebook, Instagram, Profilbild, Whatsapp…) ist untersagt. Aufnahmen, auf denen die BesuchsbegleiterInnen zu sehen oder zu hören sind, sind umgehend zu löschen.
Besuchsberechtigte Personen, die unter Einfluss von Alkohol, Drogen oder sonstigen Substanzen stehen, können den Besuchskontakt nicht wahrnehmen und müssen umgehend das Besuchscafé verlassen.
Kleine Geschenke sind erlaubt, größere Geschenke bitte ausschließlich zu besonderen Anlässen bzw. in Absprache mit dem betreuenden Elternteil. Eine kleine Jause darf mitgebracht und im Rahmen des Besuchskontaktes verzehrt werden (Essen ist ausschließlich bei Tisch bzw. in der Küche erlaubt).
Das Spielzimmer darf aus hygienischen Gründen nicht mit Straßenschuhen betreten werden (bitte für die Kinder Rutschsocken bzw. Hausschuhe mitbringen).
Am Ende des Besuchskontaktes muss zeitgerecht mit dem Aufräumen und der Verabschiedung begonnen werden, damit das Kind/die Kinder zum vereinbarten Zeitpunkt dem betreuenden Elternteil übergeben werden kann/können. Der besuchende Elternteil hat darauf zu achten, dass keine Spielmaterialien zerstört werden und das Spielzimmer ordentlich hinterlassen wird.
3.4. Zwischengespräche: Werden von dem/der BesuchsbegleiterIn nach Bedarf mit den Eltern jeweils getrennt geführt und sind von jedem Elternteil zu bezahlen bzw. sind Teil der Förderung.
3.5. Abschlussgespräch:  Am Ende der Zusammenarbeit wird ein Abschlussgespräch geführt; bei positivem Abschluss mit den Eltern gemeinsam, um die weitere Vorgehensweise zu besprechen. Wenn dies nicht möglich ist, wird mit jedem Elternteil einzeln gesprochen. Das Gespräch ist von jedem Elternteil zu bezahlen bzw. sind Teil der Förderung.
4. Dauer und Altersgrenze
Geförderte Besuchsbegleitung/Übergabe wird für eine maximale Gesamtdauer von 12 Monaten und eine maximale Anzahl von 40 Besuchsbegleitungsstunden + 40 Stunden Übergaben gewährt (in Härtefällen, z.B. bei psychischen Krankheiten, Behinderung des besuchsberechtigten Elternteils oder des Kindes, maximal zwei Jahre/80 Stunden). Die vom BMASK geförderte Besuchsbegleitung im Sinne des § 111 AußStrG kann maximal bis zum vollendeten 15. Lebensjahr des Kindes gewährt werden.
5. Abbruch der Besuchsbegleitung/Übergabe
Die Übernahme der Organisation und Durchführung der Besuchsbegleitung durch das BC aneli ist freiwillig und kann jederzeit (auch ohne Angabe von Gründen) zurück gelegt werden. Die Besuchsbegleitung wird vom Besuchscafé aneli jedenfalls dann nicht mehr weitergeführt, wenn o.a. Richtlinien nicht eingehalten werden, ein Elternteil nicht zu vereinbarten Terminen erscheint bzw. sich aggressiv verhält. Zwangsmaßnahmen gegen das Besuchscafé bzw. eine/n Besuchsbegleiter/in sind gemäß § 111AußStrG nicht zulässig sind.

Ein Besuchskontakt kann erst nach Unterfertigung der vorliegenden Grundsätze und Hinterlegung der Kaution stattfinden.

Einkommensgrenzen für Förderung 2019

Monatliches Nettoeinkommen (abzüglich der Unterhaltsleistungen) des besuchsberechtigten Elternteils: Für Beurteilung gilt, dass (gesetzlich festgesetzte oder nachweislich freiwillig geleistete) Unterhaltsleistungen abzuziehen sind. Kreditraten können nicht berücksichtigt werden. Pfändungen auf Grund nicht geleisteter Unterhaltsleistung sind zu berücksichtigen, nicht jedoch Gehaltspfändungen wegen sonstiger Überschuldung (z.B. Versandhandel).

Einkommensgrenze auf Grundlage der EU-SILC-Werte für 2014 (Monatswert entspricht 1/12 des Jahreswerts). Die Angaben zum Einkommen müssen seitens der Elternteile glaublich bestätigt werden, Lohn- oder Gehaltsauszug des letzten Monats vor Beginn der Besuchskontakte und im Verein aufgehoben werden.

Einpersonenhaushalt € 1.238,–
Zweipersonenhaushalt ohne Kind € 1.856,–
Familie mit 1 Kind € 2.228,–
Familie mit 2 Kindern € 2.599,–
Familie mit 3 Kindern € 2.970,–
Alleinerziehend mit 1 Kind € 1.609,–
Alleinerziehend mit 2 Kindern € 1.980,–
Für jedes weitere Kind werden (netto) monatlich dazugerechnet: € 349,–